Regionalgruppe Mitte

Koordinatorinnen:

Dipl.-Geol. Sabine Henrici
Deutsche Bahn AG
DB Immobilien
Sanierungsmanagement (FRS)
Karlstraße 6
60329 Frankfurt am Main
Tel. 069-265-55291
Fax 069-265-55262
E-Mail: Sabine Henrici

Dipl.-Ing. Birgit Schmitt-Biegel
HIM GmbH
HIM-ASG
Waldstr. 11
64584 Biebesheim
Tel.: 06258/ 895 - 37 14
Fax: 06258/ 895 - 33 22
E-Mail: Birgit Schmitt-Biegel

10. Treffen der ITVA-Regionalgruppe Mitte, 28.06.2017, 15:30 - 18:00 Uhr, Frankfurt

Das 10. Treffen der ITVA-Regionalgruppe Mitte findet am 28.06.2017, 15.30 bis ca. 18.00 Uhr, bei der BDO AG / BDO Technik- und Umweltconsulting GmbH, Hanauer Landstraße 115, 60314 Frankfurt (Eckhaus „Hanauer Landstraße / Ferdinand-Happ-Straße“) statt.

Tagesordnung:

  • Begrüßung durch die Koordinatorinnen der ITVA-Regionalgruppe Mitte Frau Schmitt-Biegel und Frau Henrici
  • Begrüßung und kurze Vorstellung der BDO AG durch Frau Claudia Heckhäuser, Partnerin der BDO AG, Branchencenter Öffentliche Unternehmen und Verwaltung, Steuerberaterin, Wirtschaftsprüferin
  • Vortrag „Kommunalnutzenrechnung im Flächenrecycling“,
    Dr. Kai Steffens, Geschäftsführer der BDO Technik- und Umweltconsulting GmbH
  • Vortrag „Zustands- und Verhaltensstörerhaftung im Altlastenrecht“
    Dr. Andreas Graef, MBA, Rechtsanwalt, Partner, BDO Legal Rechtsanwaltsgesellschaft mbH
  • Vortrag „Fachplaner Kampfmittelräumung – Postgraduale akademische Zusatzausbildung an der Universität der Bundeswehr in München. Informationen zu Inhalten, Zielen, Kosten und Terminen.“
    Sabine Henrici, Leiterin Sanierungsmanagement, DB Immobilien, Deutsche Bahn AG

Im Anschluss besteht die Möglichkeit zu einem gemeinsamen Abendessen im fußläufig gelegenen Restaurant Saravini (www.saravini-frankfurt.de). Die Autos können im BDO-Parkhaus bleiben.

Um Anmeldung bis spätestens zum 23.06.2017 an petra.roelle(at)him.de wird gebeten.

Parken:  Im Gebäude befindet sich ein Parkdeck im Untergeschoss. An der Klingelanlage der Parkhauszufahrt auf „BDO AG“ scrollen und nach Schrankenöffnung ins Untergeschoss fahren.        Aufzug zum 6. Stock „BDO Empfang“ nehmen. Auf dieser Etage befindet sich auch der Tagungsraum.

Bahn/ÖPNV:  Vom Ostbahnhof Frankfurt sind es 5 min zu Fuß bis zum Veranstaltungsort. Die U-Bahn-Station „Ostbahnhof“ befindet sich direkt gegenüber und die Straßenbahnhaltestelle „Ostbahnhof/Honsellstraße“ direkt vor dem Veranstaltungsgebäude (vom Hauptbahnhof U-Bahn Linien U 4 Richtung Enkheim/U 5 Richtung Preungesheim + Umsteigen an Haltestelle Konstablerwache in U 6 Richtung Frankfurt Ostbahnhof, Fahrtzeit ca. 15 min; Straßenbahn Linie 11 vom Hauptbahnhof Richtung Fechenheim, Fahrzeit 17 min).

 

 

9. Treffen der ITVA-Regionalgruppe Mitte, 09.11.2016, Frankfurt

Das 9. Treffen der Regionalgruppe Mitte findet am 9.11.2016 ab 15 Uhr in Frankfurt, Galluspark 25, statt.

Themen und Referenten:

  • Erfahrungen der DB bei der Ausschreibung und Inspektion von Grundwasserreinigungsanlagen unter besonderer Berücksichtigung von Anforderungen aus der Betriebs- und Anlagensicherheit.
    Fabio Serapiglia, DB Immobilien, Sanierungsmanagement
  • Altlastenbearbeitung aus Sicht eines Auftraggebers - Das Spannungsfeld zwischen Behörde, Käufer und Wirtschaftlichkeit - Impulsvortrag
    Sandra Rostock, omniCon, Gesellschaft für Innovatives Bauen, Frankfurt
  • Sanierung einer Galvanik auf Basis eine öffentlich rechtlichen Vertrages mit dem Investor
    Birgit Schmitt-Biegel, HIM GmbH, Bereich Altlastensanierung, - HIM ASG -, Biebesheim


8. Treffen der Regionalgruppe Mitte, 23.02.2016, 15:00 Uhr, Alsbach-Hähnlein

Das 8. Treffen der Regionalgruppe Mitte findet am 23.02.2016, 15:00 - ca. 17.30 Uhr bei der CDM Smith Consult GmbH, Neue Bergstraße 13, 64665 Alsbach-Hähnlein, großer Besprechungsraum im 4. OG, statt.

Folgende Vorträge erwarten Sie:

  • Möglichkeiten und Grenzen der stofflichen Verwertung von Altablagerungen am Beispiel der Kupferhütte Richelsdorf; Christian Poggendorf, Prof. Burmeier Ingenieurgesellschaft mbH
  •  Rohstofflagerstätte im Rhein-Main-Gebiet: Rückbau der Deponie Offenbach – eine Option?; Dr. Key Herklotz, CDM Smith Consult GmbH

Im Anschluss besteht die Möglichkeit zu einem gemeinsamen Abendessen.

Ihre Anmeldung (mit Angabe, ob Sie anschließend mit Essen gehen möchten) richten Sie bitte bis zum 15.02.2016 an Frau Kerstin Beck, CDM Smith Consult GmbH, Tel: 06257 – 504-406

Besondere Hinweise:         
Bitte beim Empfang im 3. OG klingeln. Sie werden dann von Frau Beck im 4. OG am Fahrstuhl abgeholt.

Auf dem Firmengelände der CDM Smith Consult GmbH steht nur eine begrenzte Anzahl an Parkplätzen zur Verfügung.

Sollten Sie mit der Bahn anreisen, setzen Sie sich bitte vorab mit Frau Beck (Tel: 06257 – 504-406) in Verbindung

7. Treffen der Regionalgruppe Mitte, 22.09.2015, Frankfurt a.M.

Das 7. Treffen der Regionalgruppe Mitte fand am 22.09. 2015 in Frankfurt statt.

Schwerpunktthema: „Umsetzung von gesetzlichen Vorgaben zur Anlagen- und Betriebssicherheit bei der Abwicklung von Grundwassersanierungsmaßnahmen“


Referent*innen:


stefanie.parusel(at)deutschebahn.com

6. Treffen der Regionalgruppe Mitte, 20.11.2014, Frankfurt

Die Regionalgruppe Mitte führt ihr 6. Treffen am 20.11.2014, 16.00 bis ca. 18.30 Uhr, in Frankfurt, Industriepark Höchst, Besprechungsraum KuPP-Fläche  in Gebäude C 820, 1. OG, durch. Das Gebäude liegt unmittelbar an Tor Ost (vgl. Anfahrtsplan). Parkmöglichkeiten gibt es am Besucherparkplatz Tor Ost, Parkreihe 4

Tagesordnung:

  1. Begrüßung, Allgemeines
  2. Schwerpunkt Kampfmittel
  • Umgang mit Kampfmittelfreigaben bei Baumaßnahmen im Industriepark Höchst, Dieter Willmann, Infraserv GmbH & Co. Höchst AG
  • Vorgehensweise bei der Kampfmittelerkundung und –räumung, Johannes Köppler, Deutsche Bahn AG

     3.   Verschiedenes

Da die Raumkapazität begrenzt ist, bitten wir um verbindliche Bestätigung der Teilnahme bis spätestens 14.11.2014 an petra.roelle(at)him.de

Im Anschluss an das Treffen besteht die Möglichkeit zur Einkehr in die Höchster Wunderbar (www.cafewunderbar.de).

5. Treffen der Regionalgruppe Mitte

Am 25.02.2014 traf sich die Regionalgruppe Mitte mit knapp 20 Teilnehmern bei der DB Services GmbH in Frankfurt. Die Koordinatorinnen Dipl.-Geol. Sabine Henrici vom Sanierungsmanagement (FRS) der Deutsche Bahn AG und Dipl.-Ing. Birgit Schmitt-Biegel (HIM GmbH/HIM-ASG) hatten zum Themenbereich Deponietechnik drei Referenten aus ihren Häusern zu interessanten Projekten gewinnen können. Dabei spannte sich der Bogen vom Deponiebau bis zur Stilllegung und der Sanierung von Altablagerungen. 

Dipl.-Geol. Michael Woisnitza stellte das Großprojekt einer Deponieerweiterung aus der Sicht eines Deponiebetreibers vor. Seit den 1980-er Jahren betreibt die HIM GmbH im aktiven Basaltsteinbruch der Mitteldeutschen Hartstein-Industrie im Stadtteil Nieder-Ofleiden der Stadt Homberg/Ohm eine Monodeponie für nicht überwachungsbedürftige Abfälle mineralischen Ursprungs der Deponieklasse I. Eingelagert werden vorrangig Gießereialtsande, die aus den Produktionsbetrieben einer regionalen Eisengießerei stammen. Nachdem bisher etwa 4,7 Mio. Tonnen dieser Produktionsrückstände auf einer Fläche von ca. 30.000 m² eingelagert sind, reicht der genehmigte Deponieraum nur noch für wenige Jahre. Derzeit findet eine Erweiterung um 2 Deponieabschnitte für weitere 4 Mio. t statt. Spektakulär ist die Sicherung der anstehenden Felswände beim Bau der Abdichtungen. Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit müssen dem laufenden Abbaubetrieb und Deponiebetrieb Rechnung tragen. So darf der laufende Steinbruchbetrieb auf keinen Fall durch die Arbeiten zur Deponieerweiterung behindert werden.

Ungewöhnlich neben den großen Dimensionen – es sind insgesamt 30.000 m² Deponieplanum und 27.500 m² Basisabdichtung herzustellen – ist die Abdichtung der anstehenden Felswände und die Sicherung der bis zu 50 m hohen Wände während der Bauarbeiten. Die am Standort entwickelte und mehrfach ausgeführte Felswandabdichtung aus Spritzbeton und einer kunststoffmodifizierten Bitumendickbeschichtung in mindestens 2 Lagen wird von einer Hebe-/Arbeitsbühne aus ausgeführt, die es erlaubt, die Arbeiten an der Felswandabdichtung in der gesamten Höhe von bis 15 m durchzuführen. Die Herstellung der Felswand- und Basisabdichtungen an den steilen Felswandbereichen findet mit schutzverstärkten Erdbaumaschinen oder mit Hilfe eines speziellen Stahlschutznetzes statt. Das Sicherungsnetz gegen Steinschlag wird arbeitstäglich, unter ständiger Beobachtung des eingesetzten Personals, von einem Autokran angehoben und gegen die Felswand geführt. Bei Starkregenereignissen, Gewitter oder stürmischem Wind ist jede Arbeit an den Steilwänden einzustellen.

Dipl.-Geol. Wolfgang Koch, ebenfalls HIM GmbH, berichtete über Betriebserfahrungen zur Halbzeit der Sanierung der Schweizer Sondermülldeponie Bonfol. Auf dieser Deponie nahe der französischen Grenze hatten von 1961 bis 1976 die Basler Chemische Industrie, der Kanton Bern und die Armee in einer ehemaligen Tongrube ca. 114.000 t Sonderabfälle eingelagert. Nach Sickerwasseraustritten einigten sich im Jahr 2000 der Kanton Jura und die Basler Chemische Industrie auf eine Sanierung der Deponie nach Altlastenverordnung. Das Auskoffern der Deponie und die thermische Entsorgung der hoch belasteten Materialien sollen bis 2015 ausgeführt sein und etwa 325 Mio. sfr kosten. Die Lose B (Abfall) und C (kontaminierter Boden) werden von der HIM GmbH abgewickelt. Die unter einer verschiebbaren Halle von 120 m freier Spannweite unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen von ferngesteuerten Maschinen ausgehobenen Abfälle werden geschreddert und in eigens von der HIM entwickelten Spezialcontainern (ADR-Zulassung BK2) mit der Eisenbahn zu den Sonderabfallverbrennungsanlagen in Biebesheim, Hamburg und Antwerpen transportiert. Von den insgesamt 175.000 t Material sind bis Ende Februar 2014 100.000 t abgewickelt. Als Folge einer Explosion beim Aushub im Juli 2010 sind die hohen Sicherheitsmaßnahmen noch einmal verschärft worden, die Maßnahme läuft seitdem mit einem Durchsatz von durchschnittlich 174 t/d im Plan. Im Los C werden etwa 20.000 t kontaminierter Boden in thermischen Bodenbehandlungsanlagen zu entsorgen sein.

Dipl.-Ing. Sandra Berner von der Deutschen Bahn AG, DB Immobilien, Sanierungsmanagement Berlin informierte über bahnspezifische Besonderheiten und Lösungswege bei der Stilllegung und Sanierung von Bahndeponien im Rahmen des bahnweiten Deponiestilllegungsprogrammes. Nach Einführung der Deponieverordnung 2002 wurde bei der DB AG im Rahmen der bisherigen Altlastenerfassung nach entsprechenden Altablagerungen gesucht. Gefunden wurden fast 50 Flächen, bei denen der Beginn der Ablagerungen bis in die 1920er Jahre zurückreicht. Typisches Inventar waren Lokaschen, Gleisschotter, Beton- und Holzschwellen sowie bahnspezifische Bauabfälle. Im Deponieprogramm befinden sich aktuell 3 Flächen in der Bauausführung, 3 in der Planung (davon 2 in vorbereitenden Baumaßnahmen), für 2 weitere Flächen ist noch zu klären, ob sie stillzulegen sind, 1 Fläche ist bereits in der Nachsorgephase.

Bei den Flächen handelt es sich meist um Brachland, oft in der Nähe von Gleisanlagen, oder um Grundstücke, auf denen Recyclinganlagen betrieben wurden sowie wilde Deponien. Die Deutsche Bahn AG setzt die Stilllegung und Nachsorge zum Teil in Eigenregie um, die Bauausführung und Planungsleistungen werden ausgeschrieben.

Für einige Flächen sucht die Bahn noch erhebliche Mengen an Profilierungsmaterial, aktuell für 5 Maßnahmen ca. 350.000 m³ Unterboden und 230.000 m³ Oberboden. Für die Nachnutzung eigen sich die Flächen zur Verpachtung für erneuerbare Energien wie z.B. Solaranlagen, außerdem wird die Möglichkeit des Betriebes von Kurzumtriebsplantagen geprüft.

4. Treffen der ITVA-Regionalgruppe Mitte
23.05.2013, Darmstadt

In den Räumen der ARCADIS Deutschland GmbH, Darmstadt, versammelten am 23. Mai 2013 sich rund 20 Mitglieder der ITVA zum 4. Treffen der Regionalgruppe Mitte. Mit dem Schwerpunktthema „Nachhaltigkeit bei der Altlastensanierung“ hatten sich die beiden Koordinatorinnen der Regionalgruppe ein derzeit in vielen Fachdisziplinen diskutiertes Thema ausgesucht.

Als Referenten für zwei Fachvorträge konnten Dr. Thomas Held, ARCADIS Deutschland GmbH, Darmstadt, und Dr. Helmut Dörr, Dr. Helmut Dörr Consult, Wiesloch, gewonnen werden.

Frau Schmitt-Biegel führte zunächst kurz in das Thema ein und berichtete hierbei auch über die aktuell in Hessen laufenden Aktivitäten. Die HIM-ASG selbst prüft derzeit in drei Sanierungsprojekten, ob und wie bei der Variantenauswahl Nachhaltigkeitsansätze berücksichtigt werden können. Weiterhin werden durch das HLUG unter Beteiligung des HMUELV und weiterer Experten (u.a. die beiden Referenten und auch die HIM-ASG) zurzeit Fachgespräche zum Thema "Altlastensanierung unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit" durchgeführt. Eine der dort diskutierten zentralen Fragestellungen - „Brauchen wir Nachhaltigkeit in der Altlastensanierung?“ -  stellte Frau Schmitt-Biegel für die Regionalgruppe in den Fokus der Diskussion.

Nachhaltigkeit bei der Altlastensanierung

Zunächst gab Herr Dr. Held in seiner Präsentation einen umfassenden Überblick über die historische Entwicklung der Nachhaltigkeitsdiskussion. Er zeigte die rechtlichen Rahmenbedingungen sowie einige nationale und internationale Aktivitäten, Organisationen, Projekte und Tools auf, die sich mit dem Thema Nachhaltigkeit in der Altlastensanierung beschäftigen.

In Deutschland kamen und kommen die wesentlichen Ansätze aus Baden- Württemberg, in denen sich das LUBW bereits 1999 mit dem Thema „Umweltbilanzierung von Altlastensanierungsverfahren“ beschäftigt hat. Das altlastenforum Baden-Württemberg (af) hat das Thema ab 2004 aufgegriffen und seitdem mehrere Veröffentlichungen zum Themenkreis Ökobilanzierung und „green remediation“ herausgebracht. Hier spielt auch immer wieder die Begriffsdefinition der Nachhaltigkeit in der Altlastensanierung eine Rolle.

Ein Vorschlag der US EPA für den Begriff green remediation (= Ökobilanz / Umweltbilanz) lautet: …. ist der Ansatz, alle Umweltauswirkungen einer Sanierung zu berücksichtigen und alle Maßnahmen zur Minimierung des Environmental Footprints* zu ergreifen.

Herr Dr. Held zeigte anhand konkreter Beispiele für grüne Sanierungen wie z.B. die Verwendung von energieeffizienten Anlagenkomponenten, den Einsatz von Photovoltaik zur Stromversorgung oder die Reinigung der belasteten Abluft mit Hilfe eines Biofilters anstatt Sorption auf Aktivkohle, wohin die Überlegungen der Thematik „Nachhaltigkeit in der Altlastensanierung“ gehen können.

Bei der Anwendung solcher Beispiele steht die immer wiederkehrende Fragestellung der Entwicklung und Anwendung von Wichtungen zur Darstellung der relativen Bedeutung der Nachhaltigkeitskriterien Ökonomie, Ökologie, Soziales für die Beteiligten in einem Projekt jeweils im Fokus der Nachhaltigkeitsdiskussionen.

Hierbei ist stets nachzuweisen, dass „Nachhaltigkeit bei der Sanierung … ist die Praxis mit Hilfe von Umwelt-, Ökonomie- und Gesellschaftsindikatoren zu zeigen, dass der Nutzen einer Sanierung deren negativen Einwirkungen überwiegt, und dass das optimale Sanierungsverfahren auf Basis eines ausgewogenen Entscheidungsprozess ausgewählt wurde“ (SuRF-UK). Bewertungsindikatoren aus den drei Säulen wurden sowohl von SuRF UK als auch von Forschungsverbund NICOLE entwickelt und von Dr. Held kurz vorgestellt.

Hierbei ist klarzustellen, dass die Nachhaltigkeit bei Altlastensanierungen nie die Frage „Ob“ saniert werden muss, beantwortet. In der Diskussion des „Wie“ eine Sanierung durchzuführen ist, den Nachhaltigkeitskriterien jedoch in Zukunft eine größere Bedeutung zukommen wird.

Nachhaltigkeit bei der Sanierung - Bewertungskriterien und Fallbeispiele

Im zweiten Vortrag berichtete Herr Dr. Dörr über die Anwendung der vom altlastenforum Baden-Württemberg (af) entwickelten Bewertungsgrundlagen zur Nachhaltigkeit an einem Fallbeispiel. Er gab zunächst einen kurzen Abriss der Entwicklung der Diskussion mit Schwerpunkt auf die Aktivitäten des af. Hinsichtlich der Begriffsdefinition hat sich das af auf folgende Formulierung festgelegt:

"Nachhaltigkeit bei der Sanierung" bezeichnet die Berücksichtigung von Umweltauswirkungen sowie ökonomischer und sozialer Aspekte bei der Sanierungsplanung und bei der Überprüfung und Optimierung laufender Sanierungen. Es beinhaltet die Umsetzung aller Möglichkeiten, um den ökologischen Fußabdruck von Projekten, die wirtschaftlichen Auswirkungen und die Auswirkungen auf Betroffene und spätere Generationen während und nach der Sanierung zu minimieren.“

Herr Dr. Dörr wies darauf hin, dass die besondere Komplexität der Anwendung der Nachhaltigkeitskomponenten im Bereich der Altlastensanierung darin liegt, eine für den Einzelfall jeweils individuell angepasste Wertigkeit und Gewichtung der Kriterien mit allen Beteiligten im Vorfeld einer Maßnahme verbindlich und im Konsens abzustimmen. Hierbei hat sich in seiner Praxis bewährt, dass die Kriterien nicht fest vorgegeben sind und eine standort- und schadstoffspezifische Einzelfallprüfung vorausgeht. Wie schon im ersten Vortrag wies auch Herr Dr. Dörr darauf hin, dass mit Nachhaltigkeitskriterien allein eine Sanierungserfordernis nicht verneint bzw. eine laufende Sanierung nicht abgeschlossen werden kann und dass Nachhaltigkeitskriterien nicht Sanierungsziele ersetzen können.

Die Anwendung einzelner Nachhaltigkeitskriterien aus den Säulen Ökologie, Ökonomie, Soziales in der Praxis beruht auf dem Prinzip der vergleichenden Bewertung von Sanierungsmethoden, die einem Basis-Sanierungsszenario gegenüber gestellt werden. Dieses wird dem Stand der Technik (das in der Regel am häufigsten eingesetzte Verfahren) entsprechend gewählt. Die Nachhaltigkeitsbewertung alternativer Sanierungsvarianten erfolgt dann durch einen halbquantitativen Vergleich mit dem Basis-Sanierungsszenario mit den Bewertungsmöglichkeiten besser (+), schlechter (-) oder gleich (0).

Im aufgezeigten Beispiel wurde das gewählte Sanierungsverfahren „Dampf Luft Injektion (DLI)“ einer CKW-Verunreinigung dem Basisszenario „Air-Sparging mit Bodenluft-Absaugung“ und einer weiteren Sanierungsvariante „Grundwasser P&T mit Bodenluft-Absaugung“ gegenübergestellt. Die rechnerische Auswertung der Ergebnisse ließ eine Einschätzung der Sanierungsvarianten in Kategorien „ist deutlich weniger nachhaltig“, „ist nachhaltiger“ zu. Inwieweit solche Bewertungen bei der Variantenauswahl zukünftig eine Rolle spielen, kann derzeit noch nicht abgeschätzt werden. In den gewählten Beispielen wurden sie in der Entscheidungsfindung zur Sanierungsmethode durchaus genutzt und berücksichtigt.

Dr. Dörr berichtete abschließend, dass die Anwendung der beschriebenen Methodik in insgesamt 8 Fällen gezeigt habe, dass die Kriterien für die Praxis durchaus geeignet sind. Feinjustierungen sind jedoch noch erforderlich und möglich. Zum Beispiel könnten einige Kriterien zusammengefasst werden. Die Gewichtung einiger Kriterien ist eventuell anzupassen und es wurde auch darüber diskutiert, das Kriterium „Reduzierung des Flächenverbrauchs“ in die Bewertung aufzunehmen. Als Fazit beendete Herr Dr. Dörr seinen Vortrag mit dem Hinweis, dass weitere Diskussionen aller Beteiligten erforderlich sein werden, um das Thema mehr in das Bewusstsein der Fachöffentlichkeit zu rücken.

Die sich an die Vorträge anschließende sehr rege und konstruktive Diskussion bestätigte im Ergebnis, dass nach Auffassung der Anwesenden dem Thema „Nachhaltigkeit in der Altlastensanierung“ zukünftig mehr Raum einzuräumen ist. Wichtig und spannend wird hier, wie sich die Behörden in der Abwägung von Kriterien aufstellen werden. Die Diskussion zeigte auch, dass das Rad sicher nicht neu erfunden werden muss. Viele in der Praxis bereits lange eingeführte Abwägungsverfahren, wie z.B. die Kosten-Nutzen-Betrachtung aus NRW, können in die Nachhaltigkeitsbewertung eingebracht werden.

Die eingangs von Frau Schmitt-Biegel aufgeworfene Fragestellung, ob das Thema „Nachhaltigkeit in der Altlastensanierung“ gebraucht wird, wurde im Ergebnis der Diskussion einhellig bejaht. Die zunehmende fachliche Auseinandersetzung mit dem Thema und die Anwendung von einfachen und pragmatischen Bewertungsmechanismen an realen Projekten lieferten wichtige Erkenntnisse zur anstehenden Überführung der Diskussion in praxistaugliche Instrumente.

Frankfurt, den 04.06.2013
gez. Sabine Henrici

 

Nachhaltigkeit bei der Altlastensanierung

Nachhaltigkeit bei der Sanierung - Bewertungskriterien und Fallbeispiele

3. Treffen der ITVA-Regionalgruppe Mitte
06. September 2012, 15.00 bis ca. 17.30 h, HIM GmbH, Schulungszentrum, Waldstraße 11, 64584 Biebesheim

Die ITVA-Regionalgruppe Mitte führt ihr 3. Treffen am 06. September 2012, 15.00 bis ca. 17.30 h, bei der HIM GmbH, Schulungszentrum, Waldstraße 11, 64584 Biebesheim, durch.

Tagesordnung:

  1. Begrüßung, Allgemeines
  2. Juristischer Schwerpunkt
  3. Verschiedenes

Neben Informationen zu neuen rechtlichen Entwicklungen, wird es um den Bodenschutz in der IED gehen. Hier auch zu den Ergebnissen des Ad-hoc-Ausschusses der LABO zum Ausgangszustandsbericht. Es ist uns gelungen, zwei hochrangige Vertreter sowohl aus dem Umweltministerium und von der Deutschen Bahn zu gewinnen.

Da die Raumkapazität begrenzt ist, bitten wir um verbindliche Bestätigung der Teilnahme bis spätestens 27.08.2012 (petra.roelle(at)him.de). Lassen Sie uns auch wissen, falls Sie mit der Bahn anreisen und wir Ihre Abholung am Biebesheimer Bahnhof organisieren sollen.

Im Anschluss an das Treffen besteht die Möglichkeit zur Einkehr im Gernsheimer Fährhaus (www.gernsemer-faehrhaus.de). Für die weitere Organisation wird bis zum 27.08.2012 über eine kurze positive/negative Rückmeldung gebeten.

HIM GmbH
Bereich Altlastensanierung
- HIM-ASG -
Waldstraße 11, D 64584 Biebesheim

Tel.: +49 6258 895-3717
Fax: +49 6258 895-3322
mailto: petra.roelle@him.de
www.him.de

2. Treffen der Regionalgruppe Mitte
27. Februar 2012, HIM GmbH, Biebesheim

Das 2. Treffen der ITVA-Regionalgruppe Mitte fand am 27. Februar 2012, bei der HIM GmbH in Biebesheim, statt.

Mitglieder und interessierte Dritte waren herzlich zur Teilnahme eingeladen.

Wie anlässlich der 1. Sitzung der Regionalgruppe Mitte beschlossen, sollen die Themen anhand von konkreten Projektbeispielen abgehandelt werden. Daraus erab sich folgende Tagesordnung:

  1. Begrüßung, Allgemeines
  2. Erfahrungsaustausch "Arsensanierung Boden und Grundwasser"
  3. Besichtigung der Sonderabfall-Verbrennungsanlage der HIM GmbH
  4. Verschiedenes

1. Treffen der Regionalgruppe Mitte
24. August 2011, Frankfurt a.M.

Das 1. Treffen der Regionalgruppe Mitte fand am 24.08.2011 auf Einladung der beiden Koordinatorinnen Sabine Henrici (Deutsche Bahn AG) und Birgit Schmitt-Biegel (HIM GmbH) in Frankfurt am Main statt. 26 ITVA-Mitglieder und interessierte Dritte aus der Region waren der Einladung gefolgt. Der größere Teil der 26 Teilnehmer kam aus Hessen, mit den angrenzenden Bundesländern Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg, Bayern und Nordrhein-Westfalen waren die Mitte, der Südwesten und Südosten vertreten. Von der Struktur ergab sich eine gute Mischung aus Ingenieurbüros, Sanierungsunternehmen, Auftraggebern und der Wissenschaft. Den Veranstaltungsraum im Gallusviertel stellte die Deutsche Bahn.

Fachlicher Schwerpunkt war das Thema "Flächenrecycling". Im Anschluss an die Begrüßung, eine Vorstellungsrunde sowie eine Themen- und Erwartungssammlung der Teilnehmer standen Kurzvorträge und Diskussion zu Erschließungsmaßnahmen des Europaviertels in Frankfurt auf dem Programm: 

  • Erschließung der Fläche aus städtebaulicher Sicht
  • Darstellung der Altlasten/Abfallsituation

Angedacht sind zwei Treffen im Jahr, die nächste wird im Februar oder März 2012 voraussichtlich bei der HIM GmbH in Biebesheim stattfinden, wo eine der großen europäischen Verbrennungsanlagen zu besichtigen ist. Wünschenswert wäre ein fester Tagungsort, nach dem noch Ausschau gehalten wird. Zur Themenplanung für die nächsten Sitzungen gab es Vorschläge aus der Runde. Themen sollten möglichst an konkreten Beispielen abgehandelt werden, beispielsweise der Bereich Risiko, Haftung und Verantwortlichkeiten der Projektbeteiligten. Berichte über Forschungsvorhaben sind wünschenswert, und für Projektvorstellungen wird immer Raum sein.

Als Referenten stellten Stefan Zarda (Deutsche Bahn AG, Sanierungsmanagement) und Adrian Jukic (Projektleiter des Entwicklers Aurelis) eines der größten innerstädtischen Entwicklungsprojekte Europas vor. Nach dem Beschluss der Bahn, den ehemaligen Hauptgüterbahnhof aufzugeben, wurde auf einer Fläche von fast 90 ha das Europaviertel geplant, mit den durch die Emser Brücke getrennten Teilflächen West (67 ha, Aurelis Asset) und Ost (Vivico, heute CA Immo). Zur planungsrechtlichen Sicherung der Frankfurter Messe erwarb diese die benötigten Erweiterungsflächen. Die Planungen gehen von etwa 30.000 Arbeitsplätzen und 3500 innenstadtnahen Wohnungen einschließlich der erforderlichen Infrastruktur aus. Mit den Erschließungsarbeiten wurde 2005 begonnen, bis 2019 soll das gesamte städtebauliche Projekt abgeschlossen sein.

Die Terrasse des Verwaltungshochhauses der Bahn bot zum Abschluss einen grandiosen Blick auf das gesamte Gelände mit seinen unterschiedlichen Bauzuständen.